Das Ende einer Geschichte
von March Höld 

Theater Phönix, Linz: UA am 14.Oktober 2010.

„Das Ende einer Geschichte“ ist das Siegerstück des Jungautorenwettbewerbs vom Kulturverein Musentempel und wurde von March Höld als Auftragsstück für das Theater Phönix geschrieben: Ein später Abend. Judith, erfolgreich und ledig, und ihre Schwägerin Lisa, früh verwitwet, sitzen zusammen und reden über die im Nebenzimmer schlafende (Schwieger-) Mutter, die Lisa zu sich geholt hat. Denn Judith hat schon vor langem den Kontakt zu ihr abgebrochen. Während Judith sich betrinkt, konfrontiert Lisa sie mit der Geschichte ihrer Geburt: eine alte Frau und ein alter Mantel sind ihr dabei Erinnerungsstützen. Der späte Abend wird langsam zur Nacht, in der sich Judith immer weniger der Frage nach ihrer Existenz entziehen kann. Realitäten verschieben sich. Und auch der Morgen danach wirft jede Menge Rätsel auf.?Die wie ein nicht zu lösender Krimi oder ein niemals endender Alb-/Tagtraum wirkende surrealistische Form, sowie die A-logik der Struktur des Textes und die Sprache, die im Unausgesprochenen ihr Geheimnis behält, haben mich überzeugt. Was wie ein alltägliches Familiendrama beginnt, endet im absoluten Chaos der eigenen Seele - es könnten drei Personen sein oder eine, die verweigert sich abzulösen, Erkenntnis zu erlangen und in der Konsequenz unabhängig zu werden. Die Tragik liegt im unendlichen Kreislauf des Scheiterns durch die eigene Verweigerung und der totalen Ausweglosigkeit.

 

Regie: Anna Katharina Winkler

Ausstattung: Thomas Kurz / Umsetzung: Gerald Koppensteiner

Musikalische Komposition: Armin Lehner

Mit: Judith Richter (Judith), Lisa Fuchs (Lisa), Peter Woy (alte Frau)